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Habe vor einigen Tagen, meine neue Geschichte ins Web gesetzt!

Sie ist noch nicht fertig, aber einiges könnt Ihr schon lesen.

Würde mich über Kommentare freuen!

Jede Meinung ist mir wichtig!

29.1.10 16:24


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Paro und Pini

 

Paro und Pini sind zwei kleine Äffchen, die in einer wunderschönen Oase, am Rande der großen afrikanischen Wüste Sahara, mit ihrer großen Affenfamilie leben.

Sie waren zwei richtige Lausbuben, die ihren Eltern oft einigen Ärger bereiten.

Auch der Rudel Chef hatte immer ein Auge auf die beiden, seit Paro und Pini ihm so manchen Streich gespielt hatten.

Wie vor einiger Zeit als sie ihm kleine Stöckchen in seine frisch gepflückten Bananen gesteckt hatten und er sich beinahe einen Zahn daran ausgebissen hatte.

Das hat vielleicht Ärger gegeben.

Zur Strafe mussten die beiden, eine Woche lang, dem ganzen Rudel die Früchte von den Bäumen holen.

Ihr Vater hat sich dafür tausendmal entschuldigt und immer wieder beteuert, dass er nicht wüsste, von wem sie solche Sachen gelernt haben.

Aber innerlich, musste er daran denken, welche Streiche, er und seine Geschwister früher ausgeheckt haben.

Ja, die beiden hatten es faustdick hinter ihren wuschligen Ohren.

Eines Tages, meldeten die Wächter des Affenrudels, das eine große Karawane aus der Wüste auf die Oase zukam. Wahrscheinlich, wollte der Karawanenführer, dort eine Rast einlegen.

Der Chef des Rudels, den alle nur den Alten nannten, befahl allen sich in den Bäumen zu verstecken, damit keiner zu schaden kam.

Alle befolgten den Befehl und verhielten sich ganz ruhig.

Paro und Pini, hingegen waren ganz aufgeregt. „ Pini eine Karawane, die erste die wir zu sehen kriegen!“, sagte Paro.

„ Lass uns näher heran klettern“, sagte Pini.

Alle Vorsicht außer acht lassend, hangelten sie sich durch die Bäume, näher an die nun rastende Karawane heran.

Sie machten große Augen, als sie nahe genug an der Karawane heran waren.

So etwas haben die beiden noch nie gesehen!

Große, beharrte Tiere mit zwei großen Höckern auf dem Rücken, zwischen denen große Ballen und Körbe befestigt waren.

Viele, zweibeinige Wesen, in bunte Tücher gekleidet, die sich unverständliche Laute zuriefen.

Von diesen hatten die beiden schon gehört. Der alte hatte oft von diesen Wesen erzählt und sie als ganz gefährlich bezeichnet. Manche von denen, würden Affen fangen und die dann vor anderen zur Schau stellen, an Halsbändern gefesselt.

Die beiden bekamen Angst, doch die Neugierde war zu groß und so schlichen sie sich näher heran, um noch mehr, von diesen eigenartigen Wesen zu erfahren.

Sie sahen, wie die Höckertiere zur Wasserstelle der Oase zum Tränken geführt wurden.

An anderer Stelle, errichteten einige Zweibeiner, komische Unterstände, aus großen Tüchern die sie mit Stöcken unterstützten.

Da erstarrten die beiden, nicht weit von den Unterständen, entfachten andere Zweibeiner

Feuer.

Die beiden haben von ihren Eltern gehört, wie gefährlich Feuer für die Bäume und die Tiere sein kann, es wird alles verbrannt und übrig bliebe nur Staub.

Pini, wollte weglaufen doch Paro, hielt ihn fest.

„Schau, sie haben das Feuer nur an einer Stelle entfacht, wo nichts passieren kann und es sind zwei die darauf aufpassen“, sagte Paro.

Pini, schaute noch mal hin und sah das Paro, recht hatte.

Es war spät am Abend, als die Karawane die Oase erreicht hatte und nun ging langsam die Sonne unter.

Der glutrote Ball, senkte sich langsam dem Wüstenboden zu und die Hitze des Tages würde langsam der Kälte der Nacht weichen.

Die Zweibeiner, versammelten sich langsam um das Feuer, nachdem sie sich um ihre Tiere und die Packstücke gekümmert hatten.

Die beiden Äffchen, hörten Töne, die sich wie das Lachen ihrer Artgenossen anhörte.

Sie sahen, wie diese Menschen, wie der Alte die Zweibeiner genannt hatte, aus komischen Behältern etwas tranken, dass sie auf dem Feuer erwärmt haben.

Die Menschen aßen eigenartige Dinge, aber auch Bananen aus der Oase.

Es war lustig, dem Treiben zu zusehen, aber richtig interessant wurde es, als einige, komische bauchige Stöcke und runde Behälter herauskramten und mit diesen, Töne und dumpfe Schläge erzeugten. Das machte denen wohl eine Menge Spaß, denn plötzlich standen welche auf und bewegten sich rhythmisch zu diesen Tönen.

Selbst den beiden Äffchen, kribbelte es in den Beinen und sie hüpften in ihrem Versteck hin und her.

„Ich weiß gar nicht, was der Alte hat, diese Menschen sind doch echt lustig“, sagte Paro.

Pini entgegnete, „Ich würde gerne auch mal auf diesen runden Dingern draufhauen“.

Dabei verlor er sein Gleichgewicht und rutschte von seinem Ast, nur mit einiger Mühe konnte Pini sich mit seinem Schwanz festhalten. Das gab jedoch etwas Lärm und schreckte einige Vögel auf, die im Geäst des Baumes schliefen.

Dies schreckte jedoch auch die Zweibeiner auf und sie griffen zu langen Stöcken, betätigten an diesen irgendwelche Dinge und zeigten in Richtung der beiden Äffchen.

Diese, verhielten sich mucksmäuschenstill, um nicht gesehen zu werden.

Ein großer, in blaues Tuch gekleideter Mensch rief etwas. An seiner linken Seite blitzte etwas langes gekrümmtes, das den Schein des Feuers widerspiegelte

Ein aufgescheuchter Vogel, keckerte noch zweimal, dann kehrte Ruhe ein.

Der blau gekleidete, rief noch mal etwas und die anderen setzten sich wieder hin.

Paro klatschte seinem Bruder auf den Hinterkopf „ kannst du nicht aufpassen, beinahe hätten die uns bemerkt“.

„Aua, das tut weh“ sagte Pini. „Das hast du verdient“, entgegnete Paro.

„Lass uns von hier verschwinden, die anderen suchen uns bestimmt schon“, sagte Paro und sprang zum nächsten Ast. Pini folgte ihm und so schlichen sie zu den anderen von denen die meisten schon schliefen.

Die beiden, kletterten auf ihren Schlafbaum und wollten gerade in ihr Blätterbett klettern, als eine dunkle Stimme hinter ihnen ertönte.

Erschrocken drehten sie sich um und sahen den Alten vor sich.

„Ihr beiden ungehorsamen Lausbuben wart bei den Menschen!“, sagte dieser.

Beide schüttelten die Köpfe.

„Ihr braucht nicht zu lügen, denn ich habe mir schon gedacht dass ihr meinem Befehl nicht gehorcht und bin euch gefolgt“.

Paro und Pini schauten betroffen zum Boden, erwischt bei einer Lüge.

„Ihr habt Glück gehabt, das die Menschen mit ihren Donnerstöcken nicht auf euch geschossen haben, sonst wärt ihr jetzt tot!“

„Donnerstöcke?“, sagten beide wie aus einem Mund.

„Ja, die Stöcke mit denen sie in eure Richtung gezeigt haben spucken Tod und Verderben. Schon manches Tier stand danach nicht mehr auf!“

Große Affenaugen starrten den Alten an, die beiden Äffchen zitterten nun vor Angst.

Pini’s Stimme zitterte leicht als er sagte, “Aber diese Zweibeiner waren doch so lustig und die Töne die sie erzeugten waren so schön“

„Sie nennen das Musik und Gesang. Ich weiß das von meinem Großvater, der damals von Menschen gefangen wurde. Er wurde mit einer Kette am Hals festgebunden und musste vor anderen Menschen dazu tanzen. Glücklicher Weise konnte er durch eine Unaufmerksamkeit seines Bewachers fliehen und nach einer langen Wanderung zu seinem Rudel zurückkehren.

Ich sage es euch nun zum letzten Mal, haltet euch von den Menschen fern, sie wollen euch nur böses. Und nun geht in euer Blätterbett und schlaft. Ihr habt schon genug Unsinn angerichtet.“

Verschüchtert legten sich die beiden hin, aber es dauerte sehr lange bis sie einschlafen konnten.

Paro, war am nächsten Morgen vor allen anderen wach, er rüttelte an Pini, „He, wach auf“

Pini öffnete verschlafen seine Augen, “Was ist los?“, fragte er.

„Komm, ich bin neugierig was die Zweibeiner treiben“

„Aber, der Alte hat uns befohlen nicht mehr hin zu klettern, außerdem, habe ich Angst vor den Donnerstöcken“

„Quatsch, Angst, bist du ein Mädchen oder was“

Das ließ sich Pini nicht sagen, er der beste Kletterer des Rudels war kein Mädchen und so schlichen sie sich zu den Zelten der Menschen.

Ein großes Durcheinander, erwartete die beiden. Die Menschen, bauten ihre Behausungen ab und beluden wieder die vierbeinigen Tiere. Das Feuer des Vorabends, wurde sorgsam mit Wasser gelöscht. Einer der Zweibeiner, bemerkte nicht, das ihm beim beladen seines Tieres

Ein Sack herunter fiel, sich öffnete und heraus fielen wunderschöne Früchte, die er wohl in der Oase gesammelt hatte.

Paro, lief das Wasser im Mund zusammen, seit gestern Abend hatte er nichts mehr gegessen.

„Die hole ich mir“, sagte er und kletterte den Baum herunter.

„Nein!“, rief Pini, „Bleib hier, das darfst du nicht“

Aber schon war Paro bei den Früchten, er griff eine und biss herzhaft hinein. Sie schmeckte wunderbar, er griff sich noch zwei und wollte zurück zu den Bäumen, doch da fiel etwas über ihn, er ließ die Früchte fallen und wollte sich befreien, doch er verstrickte sich immer mehr in diesem Ding.

„Allah, ist mir gnädig, da verliert man beinahe etwas und findet etwas viel besseres“

Er schnappte sich das Netz und verknotete es.

„Ein Äffchen, und ein junges dazu, du wirst mir viel Geld einbringen auf dem Bazar von Kaztul!“

Er nahm das verknotete Netz und band es am Lastgeschirr seines Kamels fest.

„Was machst du da, Abdul?“, hörte er hinter sich.

Der angesprochene drehte sich um und schaute in zwei dunkelbraune Augen, unter einem dunkelblauen Turban.

Es war der Karawanenführer Habib, in seinem dunkelblauen Gewand, das ihn, als Angehöriger des Volkes der Tuareg kennzeichnete.

„Allah, brachte mir ein Geschenk, welches ich nicht ablehnen wollte.“

„Allah, wird uns strafen, mit deinem so genannten Geschenk, es wird uns mit seinem Geschrei die Kamele verrückt machen!“, entgegnete ihm Habib.

„Aber Habib, ich werde dafür sorgen, das der Affe ruhig bleibt“

„Gut Abdul, du kümmerst dich um ihn, aber wenn du ihn schlagen solltest, werde ich ihn eigenhändig freilassen. Es ist ein Wesen Allahs und deshalb mit Würde zu behandeln!“

„Wie du befiehlst, Habib ich werde mich danach richten.“

„Salem Aleikum, Abdul, ich wünsche dir noch einen guten Tag.

„Aleikum Salam, Habib“, antwortete Abdul und sah Habib hinterher, als er auf seine Araberstute stieg und zum Anfang, der Karawane ritt.

Habib sah nicht, das Abdul in den Sand spuckte und leise zu sich sagte, “Diese Tuaregs meinen alle sie wären etwas besseres, weil man sie Gottes Söhne nennt!“

Habib ritt auf seinem Pferd auf eine nahe Düne, stieß in ein Horn und rief darauf, „Auf meine Freunde, lasst uns ziehen, Kaztul wartet auf uns, wenn wir uns beeilen, sind wir vor Sonnenuntergang da!“

Danach setzte er sich mit seiner Stute vor die Karawane, welche sich langsam in Bewegung setzte.

Pini, beobachtete die ganze Zeit, die Szene aus seinem sicheren Versteck.

Er war wütend auf seinen Bruder. Warum musste er sich diese Früchte holen?

Jetzt war er gefangen und hilflos.

Pini, musste ihm helfen, nur wie.

Pini, beobachtete, wie einer der Zweibeiner, Probleme mit seinem Höckertier hatte.

Es wollte wohl nicht so recht, mit den anderen mitgehen.

Der Zweibeiner gab wütende Laute von sich und zerrte an dem Tier. Dabei fiel eine Kiste herunter, fiel auf eine Seite wobei der Deckel sich öffnete.

Pini, sah seine Chance, sprang aus seinem Versteck, lief zu der Kiste und sprang hinein.

Als er im Innern der Kiste saß, hörte er die schlurfenden Schritte des Zweibeiners.

Der Deckel wurde zugeworfen und Pini merkte, wie der Behälter angehoben wurde.

Die Kiste wurde hin und her geschoben und Pini hörte, wie der Mann weiter wütende Laute von sich gab.

Kurz darauf, begann Pini’s neues Versteck, zu schwanken, so als ob er in einer Palme bei starkem Sturm säße.

Gedämpft durch die Kiste, hörte Pini das blöken der Höckertiere.

„Ich bin bei dir Bruder, ich rette dich!“, dachte Pini und hatte Mühe, nicht ständig an die Innenseite der Kiste anzuschlagen.

26.1.10 09:06


Kaztul

 

„Ich habe dir schon so oft gesagt, du sollst die Teegläser so polieren, damit sich die Sonne darin spiegelt. Aber wie sehen sie aus? Als ob sie in der Gosse gelegen hätten.

Und der Boden ist auch nicht vernünftig gefegt. Die Teller sind nicht weggeräumt. Die Teppiche noch nicht zurechtgerückt. Was machst du den ganzen Tag?“

Mersam stand mit gesenktem Kopf vor seinem Arbeitgeber und Pflegevater. Ständig hatte er etwas an ihm auszusetzen. Dies ist nicht richtig, das ist falsch und alles ist nie richtig sauber.

Dabei versuchte er doch immer alles richtig zu machen.

Seit ihn Masallah, so hieß der Besitzer, der Spelunke, die er Gasthaus nannte, bei sich aufgenommen hatte.

„Aus Nächstenliebe!“, wie er dem Mullah versicherte, der ihn zu ihm brachte, nachdem ihn eine Karawane in der Wüste, neben einem toten Kamel, in Tücher eingewickelt, vor vier Jahren gefunden hatte.

Fatma, seine Frau, wollte ihn sofort haben, da Allah ihr Kinder bisher nicht geschenkt hatte.

Fatma war immer recht kränklich und ist vor zwei Jahren an einer schweren Krankheit gestorben. Seitdem ist Masallah noch schlimmer geworden.

Er war schon immer ein großes Schlitzohr und betrug die Gäste wo er nur konnte.

Mit seinem dicken Bauch ,seinem ungepflegten schwarzen Bart und seiner großen Statur

schüchterte er gern die Gäste ein und verlangte überhöhte Rechnungen.

„Für gutes Essen und gute Getränke, muss man halt mehr bezahlen!“, pflegte er immer zu sagen, wobei er dabei seine schmutzigen Hände an seinem Kaftan rieb.

Sein gutes Essen, bestand aus alten Lebensmitteln, die er von bestimmten Händlern im Basar kaufte. Seine so genannten Freunde. Der Wein wurde mit Wasser verdünnt, den er aus seinem Brunnen, im Hof holte.

Mersan war sein Laufbursche, Tellerwäscher, Bediensteter, halt für alles zuständig und durfte sich jeden Tag bei Masallah bedanken, bei ihm Unterkunft gefunden zu haben.

Doch gab es, einige Lichtblicke im Leben von Mersan.

Wenn die Spelunke geschlossen wurde und Mersan sich davor auf den Sandboden setzte, kam der alte Mann.

Der alte Mann, kam vor etwa einem Jahr, zu Fuß aus der Wüste nach Kaztul.

Abgerissen und halb verdurstet zogen ihn die Torwächter, hinter die Mauern von Kaztul.

Tagelang sprach er kein Wort. Erst als der Kommandeur der Wachttruppen in rüde nach seiner Herkunft befragte, sagte er einen Namen, „Joshnar“.

Mehr war von ihm nicht zu erfahren.

Nachdem, er sich erholt hatte, ließ man ihn gehen. Die Wächter, hielten ihn für verrückt.

Die Sonne, hätte ihm wohl das Gehirn ausgebrannt.

Seitdem, sah man ihn meistens nur nachts in den Gassen von Kaztul.

Außer in der Moschee, in der er seine Gebete täglich verrichtete.

Nach einem Besuch in der Moschee kam er eines Tages an Masallah’s Spelunke vorbei und sah, wie dieser Mersan aus der Tür stieß, weil er zwei Teegläser hat fallen lassen.

Beim Sturz rutschte Mersan’s Hemd hoch und er ratschte sich an einem am Boden liegenden Stein den Bauch.

Der alte Mann, ging zu Mersan und  ihm wollte ihm hoch helfen, dabei sah er das eigenartig geformte Muttermal an seiner rechten Bauchhälfte.

Seine Augen wurden groß und die Hände zitterten.

In dem Moment sahen beide Masallah, dessen beleibter Körper fast den gesamten Eingang

einnahm.

„Lass, deine Finger von dem Gör, er soll reinkommen und weiterarbeiten!“

Der alte Mann, sah den Wirt aus Augen an, vor denen selbst Scheitan Angst gehabt hätte, nahm seinen Stab, auf den er sich sonst stützte und stand auf.

Er hielt, Mersan seine Hand hin und half ihm hoch.

Masallah konnte dem Blick des alten Mannes nicht standhalten, würde nervös, drehte sich um und verschwand in seiner Spelunke.

Mersan, wunderte sich über das was er gesehen hatte und bedankte sich bei dem Mann.

Als er gerade durch die Tür gehen wollte, sagte der alte Mann zu ihm, “Darf  ich wiederkommen um nach dir zu sehen?“

Verwundert, sah ihn Mersan an und brachte nur ein leichtes Nicken und ein zögerndes, „Ja!“

heraus.

Seitdem kam der alte Mann fast jeden Abend und wurde so etwas wie ein Freund.

Er brachte ihm heimlich Lesen und Schreiben bei.

Sein Wissen um die Welt, war schier grenzenlos.

Mersan glaubte bald, das Joshnar wohl schlauer als der Mullah von Kaztul war.

Masallah durfte von all dem nichts erfahren, er wäre wohl noch wütender auf Mersan geworden, wenn er gewusst hätte, das Mersan alles wusste was sein Pflegevater schrieb und rechnete.

 

Eines Morgens kurz nach dem Ruf des Muezzins, erschallten die Hörner der Torwachen.

Berittene Reiter preschten durch die Gassen von Kaztul dem Nordtor entgegen. Kinder  liefen ihnen hinterher. Aus dem Basar erklangen Rufe, daß Fremde auf Kaztul zukämen.

Mersan befand sich gerade im Basar, um Waren von Masallah’s Freunden zu holen und sein Heimweg führte am Nordtor vorbei.

Neugierig schaute er durch das große Tor in die Wüste und sah die Reiter, wie sie auf eine Art Karawane zuritten.

Doch diese Karawane war anders, nicht wie die, die Mersan kannte.

Vorweg ritten ein Mann und eine Frau, die Kleidung trugen wie sie Mersan zuvor nie gesehen hatte.

Begleitet wurden die Reiter von einem dunkelhäutigen Riesen, der eine große Lanze in der Hand hielt.

Neben ihnen, befanden sich zwei große goldbraune Hunde, die fast wie Löwen aussahen und wie Wächter neben ihnen herliefen.

Aber auch der Rest der Gruppe war genauso ungewöhnlich.

Menschen verschiedener Hautfarben, waren dabei, dunkelhäutige, weiße und sogar einige mit Stirnbändern und Schlitzaugen. Diese ritten auf Kamelen und hatten lange Schwerter auf ihren Rücken.

Die Reiter der Wachtruppe, unterhielten sich mit dem Mann und der Frau, wobei der dunkelhäutige Riese ständig mit den Hunden in nächster Nähe blieb.

Die Hunde lagen zwar im Sand, aber Mersan konnte ihre Wachsamkeit fast spüren.

Der Führer der Wachtruppe verneigte sich vor dem Mann und der Frau, wies mit einer einladenden Geste auf das Tor und ritt mit seinen Leuten durch das Tor.

Der Mann und die Frau folgten der Wachtruppe.

Kurz hinter dem Tor stiegen die beiden von ihren Pferden, wobei der dunkelhäutige Riese

der Frau beim Absteigen half.

Die beiden Hunde hielten sich immer in der Nähe der beiden Fremden auf.

Mersan schaute immer noch fasziniert dem Treiben zu und bemerkte dabei nicht das einer der Hunde nah an ihn herankam.

Ein leichtes Winseln schreckte ihn aus seinen Gedanken.

Mersan erschrak und sah einen der großen Hunde vor sich sitzen.

Der Hund legte den Kopf leicht schief und guckte Mersan aus dunklen Augen an.

Mersan sah, das es eine Hündin war, die wieder ein Winseln von sich gab und auf den Korb mit den Waren schaute, den er immer noch vor sich festhielt.

Mersan griff mit zitternder Hand in den Korb und gab der Hündin ein Fladenbrot.

Diese schnappte sich das Brot und lief mit wedelndem Schwanz zu dem anderen Hund.

Im selben Moment ertönte ein dröhnendes Lachen hinter Mersan, das einem nahenden Gewitter glich.

Hinter ihm stand der Riese mit dem Speer in der Hand.

Er sagte mit tiefer Stimme etwas in einer fremden Sprache und zeigte dabei auf die Hündin.

Mehrmals hörte Mersan das Wort Kisu, wobei der Riese auf die Hündin zeigte.

„ Du brauchst keine Angst zu haben, Kisu ist sehr lieb zu Kindern“, sagte die fremde Frau zu ihm im reinen Arabisch.

„ Der andere Hund, heißt Ambo, sie mögen beide Kinder, haben aber nach der langen Reise gehörigen Hunger. Ich hoffe Kisu hat dich nicht zu sehr erschreckt. Hier hast du was für das Brot!“

Sie drückte Mersan eine Münze in die Hand und strich ihm leicht über die Wange.

„Nein, ich meine Danke, sie hat mich nicht erschreckt, ich habe nur noch nie solche großen Hunde gesehen!“, brachte Mersan verdattert heraus.

In dem Moment, kam Kisu wieder angelaufen, winselte kurz und leckte Mersan mit ihrer Zunge über das Gesicht.

Das donnernde Lachen des Riesen erklang wieder hinter Mersan, der Mann kam auf ihn zu und wuschelte mit seiner Riesenpranke durch Mersan’s Haar.

Die Fremde lächelte dem Jungen zu, drehte sich dann um winkte dabei noch einmal und ging zu ihrem Begleiter, der sich währenddessen um die Pferde sorgsam kümmerte.

Durch das Auftauchen der Karawane hatten sich  viele Schaulustige versammelt.

Unter diesen war auch Masallah, der nun auf Mersan zukam und an der Schulter festhielt.

„Gebe mir sofort das Geld du mieser Bengel, es gehört mir, schließlich war es mein Brot, das du so gönnerhaft abgabst, für diese Viecher!“.

Mersan gab ihm  verschüchtert die Münze.

„Und jetzt an deine Arbeit, du Nichtsnutz!“.

Dabei schob Masallah, Mersan vor sich durch die Menschenmenge.

Der dunkelhäutige Riese, hatte Masallahs Auftritt beobachtet und sagte etwas zu der Fremden.

Kisu und Ambo, die es auch sahen, knurrten böse in Masallahs Richtung, der seinen fetten Leib durch die Menge drückte.

Kisu spannte  alle Muskeln, bereit zum Sprung, erst durch einige leise Worte der Fremden, ließ sie sich beruhigen.   

 

 

Kurz vor Sonnenuntergang

 

„Hört ihr, die Hörner der Torwachen von Kaztul, meine Gefährten?“, rief Habib in Richtung der Karawane.

„Gleich kommen die Reiter der Wachtruppe um uns zu begrüßen. Zeigt keine Angst und verhaltet euch ruhig!“

Habib zügelte seine Stute und zog seinen Mundschutz des Turbans etwas höher, so das man nur seine Augen sehen konnte.

Bei seinem Stamm der Tuaregs, war dies, ein Zeichen für Ehrerbietung gegenüber Fremden.

Die Reiter des Wachtrupps preschten durch das Tor und kamen auf die Karawane zu.

Nicht weit des Tores erkannte Habib, eine kleine Ansammlung von Zelten, die fast wie die Zelte seines eigenen Volkes aussahen.

Die Reiter blieben aus schnellem Galopp, kurz vor Habibs Stute stehen, welche völlig ruhig und ohne mit einem Muskel zu zucken dastand.

Habib saß stolz in seinem Sattel und blickte dem Anführer fest in die Augen..

„Salem Aleikum!“, sagte dieser und neigte leicht den Kopf.

„Aleikum Salam!“, entgegnete Habib, ebenfalls den Kopf leicht geneigt, ohne aber dem Blick abzuwenden.

„Was führt euch nach Kaztul? Wie ich sehe, habt ihr eine Menge Waren auf euren Kamelen geladen!“

„Ich führe diese Karawane, mit Händlern, die ihre Waren gerne in eurer schönen Stadt anbieten möchten. Edle Tücher, Gewürze aus fernen Ländern, Salz und viele andere Dinge sollen euch erfreuen. Auch begleiten uns einige fahrende Musikanten und Gaukler, welche ihre Künste dem Stadtobersten gerne vorführen würden.“ sagte Habib .

„Selten sah ich einen Tuareg, solch eine Karawane anführen, außer sie gehörte zu seinem eigenen Volk. Wie heißt du?“, fragte der Anführer der Reiter aus Kaztul.

„Man nennt mich Habib!“, antwortete der angesprochene.

„Ich hörte vor einiger Zeit, von einem Habib, den man auch den Suchenden nennt! Bist du das?“

„Allah, hat viele Söhne die Habib heißen!“

„Aber wenige, die zum Volk der Tuareg gehören! Und wenige, die so eine wundervolle Stute

reiten.!

Wie dem auch sei, ihr seid willkommen, wenn ihr euch nach unseren Gesetzen richtet und die Bewohner nicht betrügt!

Begleitet uns hinter die Mauern um eure Tiere zu tränken und die Waren abzuladen.

Vor den Mauern, befinden sich Zelte einer weiteren Karawane, die heute Mittag hier ankam.

Haltet euch fern von ihnen, da viele ungläubige sich unter ihnen befinden!“

Der Anführer ließ sein Pferd steigen wendete es und wies mit einer Geste auf Kaztul.

Habib bedankte sich, gab der Karawane ein Zeichen und ritt langsam auf das geöffnete Tor von Kaztul zu. Die Karawane setzte sich in Bewegung und folgte ihm.

Auf dem Weg zum Tor, begutachtete Habib die Zelte der anderen Karawane.

Die Leute verstanden ihr Handwerk. Die Zelte waren perfekt aufgestellt worden.

Selbst bei einem Angriff auf Pferden, würden die Bewohner sich gut wehren können.

Die Pferde und Kamele, waren sicher untergebracht.

Habib sah Menschen verschiedener Rassen, die sich geschäftig zwischen den Zelten bewegten.

Dies war für Habib nicht ungewöhnlich, auf seinen Reisen hatte er schon vieles gesehen.

Nur der dunkelhäutige Riese, mit einer großen Lanze in seiner Rechten, zog Habib’s Aufmerksamkeit auf sich.

Dieser Koloss stand vor der Zeltstadt, flankiert von zwei großen goldbraunen Hunden, welche die ankommende Karawane, nicht aus den Augen ließen.

Habib senkte seinen Kopf in Richtung des Riesen, zum Gruß, welcher dieses ebenfalls mit einem Kopfnicken erwiderte.

Im selben Moment, hörte Habib, ein lautes Wiehern aus dem Zeltlager und sah einen wunderschönen Hengst aufsteigen, welcher in seine Richtung blickte und sich nicht beruhigen konnte.

Habib’s Stute wurde gleichzeitig ebenfalls nervös und tänzelte ein wenig..

„Shirima meine Gute, ich glaube du hast einen Verehrer und dazu noch einen gut aussehenden!“

Der Koloss, neben den Hunden, erkannte ebenfalls die Situation und gab ein donnerndes Lachen von sich.

Er stampfte mit der Lanze auf den Boden und rief laut dem Hengst etwas zu, wodurch dieser sich beruhigte.

Mit einem Grinsen im Gesicht wandte er sich zu Habib, winkte ihm zu und ging in Richtung der Tiere.

Habib streichelte seine Stute über den Hals, schaute noch mal in Richtung der Zeltstadt und ritt weiter der Karawane voran durch das Tor.

Was Habib aber nicht sah, waren ein Mann und eine Frau, die der Karawane nachblickten, die langsam hinter den Mauern von Kaztul verschwand.

Der Mann, rief den Riesen zu sich und sagte zu ihm und der Frau einige Worte, wobei beide nickten und der, langsam hinter den Mauern, verschwindenden Karawane nachsahen.

Dabei hörten sie noch lautes Gekreische aus Richtung der Karawane das zu einem Affen gehören könnte, gefolgt von wütenden Worten des Kamelführers.

26.1.10 09:11


Hinter den Mauern von Kaztul

 

Nachdem die Karawane das Tor passiert hatte, gab der kommandierende Wachhabende den Befehl es zu schließen.

Die Sonne ging langsam unter und zum Schutz der Bewohner, wurde es geschlossen. Viele Räuberbanden zogen zurzeit durch die Wüste und überfielen schutzlose Menschen.

Da die am Mittag angekommene Karawane, den Wunsch geäußert hatte, vor den Mauern zu verbleiben um die Bevölkerung von Kaztul, durch ihre Andersartigkeit nicht zu verunsichern, ließ er trotzdem, zusätzliche Wachen auf den Mauern postieren.

Er ging zu dem Führer der Händler, welcher gerade sein Pferd zur Tränke führte.

„Ich grüße dich Tuareg!“

„Salam, Wachhabender!“, erwiderte Habib.

„Wie lange wart ihr unterwegs?“

Habib wandte sich dem vierschrötigen Mann zu und antwortete,

„Ungefähr zwei Wochen“

„Hattet ihr unterwegs Probleme, mit Räubern?“

„Allah erwies uns die Gunst, keine anzutreffen!“

„Ihr hattet Glück, wir leben zurzeit in schlechten Zeiten. Seit den Bruderkriegen, ist so manches nicht mehr, wie es einmal war.“

„Da gebe ich dir Recht, aber wie ich sehe, seid ihr gut gerüstet und der Stadtobere kann sich glücklich schätzen, einen Mann wie dich als Wachhabenden zu haben!“

Der Wachhabende lachte und sagte, „Die Kriege waren gute Lehrmeister für mich, aber lass uns von angenehmeren Dingen reden.

Du hast ein prachtvolles Pferd, pass gut darauf auf, du hast viele Neider und manche in der Stadt mögen keine Tuareg!“

„Danke für deinen Rat, ich werde ihn beherzigen“, sagte Habib und lächelte.

„Mein Name ist Abdul Hassan ibn Sharif und wenn du Hilfe brauchst, lass es mich wissen.

Ich bin jeder Zeit für dich da“, sagte der Wachhabende und hielt Habib die Hand hin.

Habib ergriff diese und sagte, “ Danke, aber ich kann mir selbst gut helfen!“

„Wie gesagt, pass auf deine Stute auf, so ein Pferd ist manchmal besser als eine Ehefrau, ich spreche da aus Erfahrung, meine hat Haare auf den Zähnen, die müsste man jeden Tag abschneiden, aber Kochen kann sie.“

Dabei schlug er auf seinen Bauch und lachte laut auf.

„Wir sehen uns Tuareg!“, sagte er dann, drehte sich um und rief den Posten auf der Mauer laut einige Befehle zu.

Im selben Moment hörte man, ein lautes Gekreische und eine wütende Stimme ertönte.

Habib ging auf den Lärm zu und sah wie der Händler, der das Äffchen gefangen hatte, laut schimpfend seine rechte Hand hielt.

„Dieses Monster hat mich gebissen, dem werde ich erst einmal Manieren beibringen“

Der Händler, trat vor das Netz mit dem Äffchen, ging zu seinem Kamel und nahm einen am Gepäck hängenden Stock in die Hand.

Er wollte sich gerade umdrehen, als ihn jemand mit eiserner Kraft am Handgelenk festhielt.

„Ich habe dir heute Morgen etwas gesagt Abdul!“, hörte er eine Stimme neben sich.

„Du hast mir, hier in Kaztul, nichts mehr zu sagen, Tuareg!. Deine Zeit als Führer ist vorbei!“

Das Äffchen zappelte in seinem Netz hin und her und kreischte laut.

Im selben Moment rief ein anderer Händler laut, „Ein Teufel ist aus meiner Kiste entsprungen, ein Teufel will mich holen!“

Habib schaute, in die Richtung des rufenden und sah wie ein weiteres Äffchen über den Rücken eines Kamels auf ein Dach sprang.

Die Aufregung war riesengroß und so achtete niemand auf das Äffchen im Netz.

Weil Abdul das Netz gelockert hatte um das Äffchen zu züchtigen, konnte es sich befreien und sprang auf Abdul’s Kamel wo es fauchend sitzen blieb.

„Manche Probleme lösen sich von allein!“, sagte Habib und ließ Abduls Hand los.

„Das ist nur deine Schuld, Tuareg!“, schrie Abdul.

„Jetzt läuft mir ein Batzen Geld davon!“.

Er griff unter seinen Kaftan, zog einen blitzenden Krummdolch hervor und wollte gerade, in Habib’s Richtung ausholen, als ein fürchterlicher Faustschlag ihn von den Füßen holte.

Zwei kräftige Hände packten den am Boden liegenden und drehten ihm die Hände auf den Rücken.

„In meiner Stadt gibt es keine Schlägereien und jetzt kannst du deinen Kopf für einen Tag im Kerker abkühlen!“, grollte die Stimme des Wachhabenden Abdul Hassan ibn Sharif.

Er rief nach zwei Soldaten und ließ den Händler abführen.

Sein Blick wandte sich an Habib, “Du ziehst den Ärger wohl an, wie Kameldung die Fliegen, denk an meine Worte“.

Er lächelte Habib noch mal zu und ging den beiden Soldaten hinterher, die den lamentierenden Händler zwischen sich festhielten.

Mittlerweile war das Äffchen aus dem Netz, von dem Kamelrücken auf ein Dach gesprungen und lief auf dem Dachsims entlang.

Auf einem anderen Dach sah Habib das andere Äffchen, das keckernde Laute von sich gab, fast so als würde es, das andere rufen.

Die Äffchen liefen zueinander und verschwanden gemeinsam über die Dächer von Kaztul.

„Geniest die Freiheit, meine Kleinen, es gibt kein größeres Gut auf Gottes Erden!“, sagte Habib und ging zurück zur seiner Stute um sie weiter zu versorgen.

Kurze Zeit später, kam eine Abordnung der Händler, die er geführt hatte auf ihn zu.

Sie verneigten sich freundlich und bedauerten, was gerade mit Abdul passiert war.

Er wäre schon immer ein Hitzkopf gewesen und Habib möge ihm verzeihen.

Man überreichte ihm dann einen Beutel mit Münzen, sein Lohn für die Führung.

Auf die Frage, wohin Habib nun wolle, antwortete dieser, “Ich bleibe erst noch in Kaztul und dann wird Allah mir meinen Weg weisen!“

„Allah sei mit dir und wenn du mit uns gehen möchtest, wir nehmen dich sofort!“, antwortete einer der Händler.

„Ihr werdet sicher einen anderen guten Führer finden. Hier in Kaztul endet der Weg vieler Karawanen.“.

Die Händler bedankten sich noch einmal und gingen zu ihren Kamelen.

Die Nacht war nun über Kaztul eingebrochen. Fackeln und Öllampen wurden in den Gassen entzündet.

Habib nahm Shirima am Halfter und ging mit ihr, eine Bleibe für die nächsten Tage zu suchen.

Aus dem Weg zum Leihstall, vernahm er die keckernden Laute der Äffchen, die wohl von Dach zu Dach liefen, um sich ein Versteck zu suchen.

 

Auf den Dächern von Kaztul

„Du Idiot, konntest mal wieder nicht hören und musstest  die Früchte dir holen!“, schimpfte Pini und schlug Paro mit der flachen Hand auf den Hinterkopf.

„Jetzt sitzen wir hier, weit von zu Hause und wissen nicht wie wir zurückkommen!

Unsere Eltern machen sich schon bestimmt Sorgen um uns!“, sagte Pini und schaute dabei Paro böse an.

„Du hast ja Recht, aber mein Hunger war zu groß und wie konnte ich ahnen, dass der Zweibeiner mich fängt. Du glaubst gar nicht welche Angst ich hatte als er mich fing!

Aber wie kommst du eigentlich hier hin?“.

„Ich konnte mich verstecken und bin dir gefolgt um dich zu retten!“

„Danke, dass du mir helfen wolltest, ich schäme mich so!“, sagte Paro und schaute betroffen über die Dächer von Kaztul.

Die Nacht war klar und kühl und der Mond warf sein bleiches Licht auf die beiden Äffchen.

Paro blickte traurig seinen Bruder an und fragte, „Und was machen wir jetzt?“

„Gute Frage, ich glaube das Beste ist wenn wir uns erstmal ein Versteck suchen und die ganze Sache überschlafen. Morgen früh sehen wir dann weiter“.

„Du hörst dich an wie unsere Mutter, sie will auch erstmal alles überschlafen“, entgegnete Paro.

„Hast du einen besseren Vorschlag? Wenn ja, dann lass es mich wissen!“, entgegnete Pini leicht zornig.

„Nein, hast ja Recht“, antwortete Paro und so sprangen die beiden weiter über die Dächer, auf der Suche nach einem Versteck.

26.1.10 09:12


Am nächsten Morgen

 

Die Sonne, schickte ihre ersten wärmenden Strahlen, langsam über die Wüstendünen, den Mauern von Kaztul entgegen.

Ein Hahn krähte, krächzend irgendwo in den Gassen und der Muezzin rief von seinen Turm, die Gläubigen zum Morgengebet.

Paro und Pini wurden von diesen ungewohnten Geräuschen aus ihren Träumen gerissen.

Die beiden krochen aus ihrem Versteck unter einem Dachsims und blinzelten der Sonne entgegen.

Sie sprangen auf den Dachsims und kratzten sich den Schlaf aus den Fellen.

Neugierig blickten sie, auf das sich langsam entwickelnde Treiben in den Gassen.

Die Äffchen hörten eine laute Stimme und sprangen neugierig über das Dach in die Richtung aus der sie kam.

Sie sahen einen fetten großen Zweibeiner, der auf einen kleinen laut einredete.

Dieser stand mit gesenktem Kopf vor dem fetten und sprach kein Wort.

„Ob der kleine, irgendwelchen Unsinn gemacht hat?“, fragte Paro.

„Keine Ahnung, ich versteh die Laute der Zweibeiner nicht“, antwortete Pini.

„Das die aber auch nicht, wie vernünftige Affen reden können!“, sagte Paro.

Der Fette gab noch einige wütende Laute von sich, drückte dem kleinen einen Korb in die Hände und schickte ihn mit Gesten durch einen Durchgang.

„Komm Pini wir folgen dem kleinem Zweibeiner, das wird bestimmt lustig!“, meinte Paro und lief über das Dach hinter dem Jungen hinterher.

„Nein, nicht schon wieder, kannst du nur Unsinn machen. Wenn du nicht mein Bruder wärst, würde ich einfach von hier abhauen und nach Hause gehen!“, rief Pini und sprang Paro hinterher.

26.1.10 09:13





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